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Das Big Picture immer im Blick

Unternehmensweite Transparenz, kurze Zeitintervalle und regelmäßiger Austausch. Die Managementattribute, die in der OKR-Technik stecken, bringen den notwendigen frischen Wind im Digitalzeitalter. Erfolgsentscheidend sind vor allem die Einbindung aller Teammitglieder und der regelmäßige, offene Austausch untereinander.

Die Wunderwaffe von Google

Bei OKR (OKR = Objectives and Key Results) handelt es sich um eine agile Managementmethode, die ihren Ursprung in den 1970er Jahren hat. Sie wurde von Intel-Mitgründer Andy Grove ins Leben gerufen, erlebte jedoch erst einige Zeit später, im Jahr 1999, ihren Durchbruch bei Google. Was damals vor allem in einer Pionier-Branche des Digitalen Wandels begann, hält nun Einzug in immer mehr innovationsgetriebenen, modernen Unternehmen. Denn alle sehen sich mit einer immer schneller agierenden, stark vernetzten Welt konfrontiert. Es bleibt also nicht aus, die eigenen Prozesse diesem Wandel anzupassen.

Was das OKR-Management kann

Soweit die historischen Fakten. Doch was genau zeichnet Management nach der OKR-Lehre aus?
Kernaussage von OKR ist die Zielsetzung und deren Messung mittels Ergebniskennzahlen.
Die Ziele sind sehr ambitioniert und sollen sich aus gutem Grund etwas unbequem anfühlen – es geht darum, Motivation herauszukitzeln. Der angestrebte Zielwert liegt folglich auch nicht bei 100 Prozent, sondern zwischen 60 und 80 Prozent. Ein wesentlicher Aspekt bei OKR: Wenn ein Ziel nicht erreicht wurde, drohen keine Sanktionen. Die Ergebnisse werden als Feedback und Entscheidungsgrundlade für die kommenden Planungen genutzt.
Im Gegensatz zum klassischen Management by Objectives – Ansatz von Peter Drucker, bei dem Ziele durch die Führungskräfte vorgegeben werden (Top-Down), werden Ziele und Ergebnisse bei OKR verhandelt. Feedbackaustausch und eine offene Kommunikation sind Grundvoraussetzung für die gemeinsame Zielplanung.
Jedes Organisationsmitglied arbeitet im Quartal an zwei bis vier Zielen mit jeweils zwei bis vier messbaren Schlüsselergebnissen. Das betrifft sowohl die Organisation selbst („Was ist unser gemeinsames Ziel in diesem Quartal?“), als auch die Teams und einzelnen Mitglieder. Es entsteht ein Big Picture – ähnlich einem Baum, in dem alle OKR miteinander verbunden sind. Ein weiterer Punkt, den OKR ausmacht, ist die Zugänglichkeit durch jedes einzelne Mitglied. Das Big Picture, worauf alle hinarbeiten, darf nicht einfach nur beim Chef in der Ablage schlummern, sondern ist unternehmensweit transparent abgebildet. Jeder einzelne kann neben seinen eigenen Fortschritten und Beweggründen auch die der Kollegen nachvollziehen. So werden Arbeitsprozesse optimal in Einklang gebracht. Das fördert Ideen und Initiativen.

Weiterhin werden bei OKR nicht jährlich, sondern quartalsweise Ziele gesetzt. Dieser verkürzte Zeitraum erhöht einerseits die Aufmerksamkeit („Das ist ja schon bald!“), andererseits schafft er Flexibilität. Denn mal ehrlich: Kann ein gesetztes Ziel wirklich in einem Jahr noch unverändert aktuell sein? In den meisten Fällen wird die Antwort wohl eher verneint. Die knappen Zeitfenster sind also ideal, um sich den ständig wechselnden Marktgegebenheiten anzupassen und abermals ein Motivationsinstrument.
Um kein Ziel im Alltag zu vergessen, wird mindestens einmal pro Woche der Ergebnisfortschritt aktualisiert und im Team besprochen. Somit entstehen konsequente Zielrituale.

Die Alternative für moderne Organisationen

Ziele planen mit OKR hat also viele Vorteile, welche die Prozesse im schnelllebigen Alltag von Unternehmen in eine klare und fokussierte Richtung lenken. Ziele werden durch Teamwork und Agilität jeden Tag verfolgt und tatsächlich umgesetzt. Die kurzen Zeitintervalle intensivieren ein rasches Handeln und erhöhen nicht zuletzt die Flexibilität. Denn nur wer schnell marktgerechte Entscheidungen treffen kann, besteht in einer wettbewerbsgetriebenen, digitalen Wel

2017-10-26T09:48:43+00:00 19.06.2017|Alltagsrituale, OKR|